Gleiche Rechte für alle

Das Netz gegen Rassismus – für gleiche Rechte fordert den Bundestag und die künftige Bundesregierung auf, Menschen ohne Papieren einen sanktionslosen Zugang zum öffentlichen Gesundheitswesen und zur Gerichtsbarkeit zu ermöglichen.

Aus der Erklärung: "Das Recht auf Gesundheit unabhängig vom Aufenthaltsstatus gehört zu den unveräußerlichen Menschenrechten und ist von der Bundesrepublik Deutschland durch Unterzeichnung zahlreicher völkerrechtlicher Abkommen (...) anerkannt worden. Daraus ergibt sich für Deutschland eine menschenrechtliche Verantwortung und Verpflichtung, das auch für Menschen ohne Papiere geltende Recht auf Gesundheitsversorgung einzulösen, also den Zugang zu adäquater  medizinischer Versorgung tatsächlich zu ermöglichen. Besonders hinzuweisen ist auf die sich aus der UN-Kinderrechtskonvention ergebende Verpflichtung zur Gleichbehandlung aller Kinder (Art.24).

Die Erklärung im Wortlaut lesen Sie hier

Pogrom von Rostock-Lichtenhagen

Foto: mc005

"Rostock-Lichtenhagen" ist eine Chiffre. Sie steht für die neofaschistische Revolte der frühen neunziger Jahre. Ihre Bilanz: tausende von rassistischen Übergriffen, hunderte von Brand- und Sprengstoffanschlägen und dutzende von Toten.

Als im November 2011 die Terrormorde des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) bekannt wurden, fragten sich viele: Wie konnte das geschehen? Wer eine ehrliche Antwort will, der muss zurück in die Zeit von „Rostock-Lichtenhagen“. Im staatlichen (Nicht-)Handeln jener Jahre liegt der Schlüssel zum Verständnis.

Kommentar von Eberhard Seidel, Geschäftsführer von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

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erschienen in der "taz", 19.08.2012

Interview im Deutschlandradio Kultur

Teilhabe statt Paternalismus

Themenfeld Rechtsextremismus:


Fast sechs Jahre ist es her, dass Angela Merkel den ersten Integrationsgipfel im Kanzleramt einberief. Das war damals ein großer Schritt, denn er besiegelte die Abkehr von der Vorstellung, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei. Unter Helmut Kohl hatte vor allem die Union diese Illusion über Jahrzehnte hinweg hingebungsvoll gepflegt.

Von Anfang an war klar, dass die Versäumnisse nicht auf die Schnelle aufzuholen waren. Trotzdem ist es enttäuschend, wie wenig in den vergangenen Jahren passiert ist. Wenn die Bundesregierung jetzt versucht, mit einer bloßen Anzeigenkampagne um mehr Migranten im öffentlichen Dienst zu werben, dann ist das fast schon ein Offenbarungseid.

Kommentar von Daniel Bax, Journalist

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erschienen in der "taz", 01.02.2012

Ein Zwischenruf zu Einstellungen

Eine Kolumne von Barbara John, Kuratoriumsmitglied von Aktion Courage e.V.

Um rechtsextreme Gewalt zu bekämpfen, reicht es nicht aus, an der Sicherheitsarchitektur zu werkeln. Deutschland braucht neue Maßstäbe in den Beziehungen zu seinen Einwanderern. 

Im April 1993 wartete der 18-jährige Stephen Lawrence in London-Eltham auf den Bus. Plötzlich wurde der dunkelhäutige Abiturient ohne jeden Anlass von fünf Jugendlichen weißer Hautfarbe rassistisch beschimpft und niedergestochen. Er starb. Erst achtzehn Jahre später, Anfang Januar 2012, wurden zwei Briten, inzwischen 35 und 36 Jahre alt, des Mordes durch neue gerichtsmedizinische Methoden überführt. Tatverdächtig waren sie zwar schon 1993. Nur damals hatten die Beamten von Scotland Yard Stephens Freunde im Visier; die weiße Jugendgang kam noch ungeschoren davon.

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erschienen im "Tagesspiegel", 22.01.2012

Die Schule kann es richten

Kommentar von Sanem Kleff, Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e.V. und Leiterin von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage", und Eberhard Seidel, Geschäftsführer von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"

Eine Prävention gegen Radikalisierung rettet Menschenleben

"Wir sind beschämt!" Die Entschuldigung des deutschen Bundestages bei den Opfern der Zwickauer Neonazis vor zwei Tagen war beeindruckend. Sie war ein Eingeständnis der Scham über schwere Schuld. (...)

Für die primäre Prävention gegen die Radikalisierung gibt es keine geeignetere Einrichtung als die öffentlichen Schulen. Denn kein Kind in Deutschland kann sich der zehnjährigen Schulpflicht entziehen. Das bedeutet: Die Schule ist der Ort, an dem alle Jugendlichen bis zum Alter von 16 Jahren erreicht werden können. Hier entscheidet sich, welchen Werten Menschen in ihrem Leben folgen und wohin sich dieses Land entwickelt.

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erschienen in der "taz", 24.11.2011 

Rassismus vorbeugen

Am 12./13. März 2012 beschloss der Beirat der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration einen zehn-Punkte-Plan zur "Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremer Gewalt". Darin heißt es u.a.: "Eine gute Schule hilft, rechtsextremer Gewalt vorzubeugen. Wir brauchen frühes und durchgehendes Demokratielernen von klein auf, beginnend mit der frühkindlichen Erziehung (...) Programme wie zum Beispiel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ brauchen weiterhin Unterstützung."

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"Angst vor Anschlägen"

Barbara John, Kuratoriumsmitglied von Aktion Courage e.V. und Ombudsfrau für die Opferangehörigen spricht im Interview mit der taz über Versäumnisse von Polizei und Politik, über Aufklärung und Erinnerung.

John: "Für die Angehörigen ist wichtig, dass ihr guter Ruf, ihre persönliche Ehre und die der Opfer öffentlich betont und wiederhergestellt werden. Für uns als Gesellschaft ist bedeutsam, dass wir das widerfahrene Unrecht, den Verlust an Menschenleben, das Leid der Familien mitempfinden."

Das gesamte Interview lesen Sie hier

erschienen am 08.02.2012 in der taz